Title:

Der Brand des Ölthals

Description:  Story by Karl May
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
  Wir empfehlen:       
 

Der Brand des Ölthals.


”Zounds, merkt Ihr nicht auch das Parfüm, Bill, welches meine Nase inficiert, als hätte mich ein dreielliger "Stune" angespritzt? Ich weiß wahrhaftig nicht, was ich aus diesem Veilchenduft machen soll. Ist er vielleicht Euch bekannt?“

Der, welcher diese Worte sprach, war Sam Hawkens, einer der verwettertsten Trapper zwischen dem Missisippi und dem stillen Oceane. Sein Gefährte, ein junger Mann, Bill Harry mit Namen, wußte, daß er den Geruch, welcher seit einiger Zeit die Luft durchschwängerte, recht gut kannte und mit seiner Frage ihn nur einer kleinen Prüfung unterwerfen wollte.

”Möglich, Sam, daß es mir bekannt ist, habe aber als Green-back keine Lust, so einen alten Woodsmann zu belehren, wie Du bist. Mach' die Nase ein wenig besser auf; sie ist ja groß und derb genug für diese unvergleichliche Atmosphäre!“

”Habt Recht, Sir,“ antwortete er, indem er seinen fabelhaften Riecher mit beiden Händen erfaßte und zärtlich liebkoste.

”Die Nase, welche dem Sohne meiner Mutter in das Gesicht gewachsen ist, ist wirklicg großartig. Aber ich muß Euch offen gestehen, daß ich mich hier in dieser Himmelsgegend noch gar nicht recht auskenne. Der Ölgeruch ist da, aber ich sehe Prairie, nichts als Prairie, und diese muß doch ein Ende haben, wenn das Petroleum zu seinem Rechte kommen soll!“

Er richtete seine Gestalt auf dem Rücken der kamelbeinigen Stute, welche er ritt, so hoch wie möglich empor und suchte mit den kleinen klug blickenden Äuglein die vor den beiden Reitern liegende Gegend sorgfältig ab.

”Der Teufel hole Euren Young-Kanawha, oder wie Ihr das Wasser nennt, zu dem Ihr wollt; ich sehe keine Spur davon!“

”Ist von hier aus auch nicht gut möglich, Sam Hawkens! Der Fluß wird wohl einen "Bluff" durchlaufen und ich wette meinen Arrow gegen Deine Mary, wir halten vor dem Thale, ehe wir es uns verseh'n.“

”Das wäre sehr zu wünschen, denn ein wenig Wasser würde uns und auch den Pferden wohlthun; aber geht mir mit Eurer Wette! Euer Arrow ist das beste Pferd, welches jemals einen echten und rechten Westmann getragen hat, das muß man sagen, doch meine Mary hat auch ihre fünfundzwanzig Eigenschaften. Die Haare sind ihr zwar abhanden gekommen und an der Gestalt des braven Tieres wäre vielleicht auch noch dieses oder jenes auszusetzen, aber sie hat mich nun fast an die zwanzig Winter ehrlich getragen und es ist außer Eurem Mustang wohl kaum ein Tier zu finden, welches trotz dieses Alters die Beine so zu werfen versteht, wie sie. Ich gäbe sie nicht hin für alle Biberfelle und Indianerhäute, die ich von den Bälgen gezogen habe!“

Er klopfte zärtlich den langen dürren Hals seiner Rosinante und sank dann in jene unbeschreibliche Haltung zurück, welche er auf ihrem scharfen Rücken einzunehmen pflegte. Bill kannte das alte, zuweilen recht obstinate, sonst aber wirklich ausgezeichnete Tier und mußte darum seine Anhänglichkeit für dasselbe billigen. Wer da weiß, welchen Wert ein gutes Pferd für einen Prairie- jäger hat, der wundert sich nicht über die ungewöhnliche Zuneigung, welche beide für einander zu besitzen pflegen.

In kurzem Trabe ging es weiter und bald zeigte es sich, daß Bills Vermutung die richtige gewesen war. Sie hielten vor einer jener Schluchten, welche das sonst vollständig ebene Terrain rinnenförmig durchschneiden, meist irgend einem Flüßchen als Bett dienen und ”Bluffs“ genannt werden. Das vor ihnen liegende, scharf und steil in die Tiefe fallende Thal bildete eine schmale Pfanne, welche der tiefe, schwarzwellige Young-Kanawha durchströmte, um sich unten zwischen nahe zusammentretenden Felsenmassen rauschend und schäumend einen gefährlichen Ausweg zu suchen. Die ganze Sohle der Senkung war mit Anlagen, wie sie die Petroleumerzeugung erfordert, bedeckt; oben, ganz nahe am Wasser, war einen Erdbohrer in voller Thätigkeit; am mittleren Laufe stand etwas vor den eigentlichen Fabrikräumlichkeiten ein ganz stattliches Wohngebäude und wo das Auge nur hinblickte, waren Dauben, Böden, Reifen und fertige Fässer, theils leer, meist aber mit dem vielbegehrten Brennstoffe gefüllt, zu sehen.

”Heigh day, Sir,“ meinte Sam. ”da ist ja alles, was wir uns nur wünschen können! Ist das nicht ein Store, das dort am Flusse steht?“

”Jedenfalls ist es so ein Ding: Laden, Restauration, Destillation, Herberge und alles sonst noch Mögliche gleich beisammen. Steig' ab, Sam; wollen wir nicht den Hals riskieren, so müssen wir diesen steilen Weg zu Fuß zurücklegen!“

”Meine es auch, Sir! Der Hals ist zuweilen das Beste, wofür der Sohn meiner Mutter zu sorgen hat.“

Er folgte Bills Beispiele und stieg vom Pferde. Erst jetzt war die Gestalt des Mannes, dem ein Unbekannter wohl kaum den kühnen Riflemen angesehen hätte, in der rechten Weise zu erkennen. Unter der wehmütig herabhängenden Krempe eines Filzhutes, dessen Alter, Farbe und Gestalt selbst dem schärfsten Denker einiges Kopfzerbrechen verursacht hätte, blickte zwischen einem dichten Walde von verworrenen schwarzgrauen Barthaaren die riesige Nase hervor, welche jeder beliebigen Sonnenuhr als Schattenwerfer hätte dienen können. In Folge des gewaltigen Bartwuchses waren außer diesem so verschwenderisch ausgestatteten Riechorgane von den übrigen Gesichtsteilen nur die zwei Äuglein zu bemerken, welche eine außerordentliche Beweglichkeit zeigten und unter dem Ausdrucke schalkhafter List unruhig hin und wider blitzten. Der kleine Körper stak in einem alten ledernen Jagdrocke, welcher augenscheinlich für eine bedeutend stärkere Person angefertigt war und dem ehrlichen Hawkens ganz das Aussehen eines Kindes gab, das sich zum Vergnügen einmal in den Schlafrock des Großvaters gesteckt hat. Aus dieser Umhüllung guckten zwei dürre, sichelkrumme Beine hervor; die ausgefranzten Leggins, mit denen sie bekleidet waren, hatte das Männchen sicher schon vor zwanzig Jahren ausgewachsen und gestatteten einen Blick auf ein Paar Indianerstiefel, in welchen zur Not der ganze Besitzer während eines Regengusses hätte Platz und Schutz finden können.

Wie er, seine Mary am Zügel führend, langsam und vorsichtig so den schmalen Schluchtpfad hinabstieg, glich er mehr einer Karrikatur als dem, was er wirklich war; Bill aber wußte, daß es wohl selten einen Trapper gab, vor dem der kleine Sam die Augen niedergeschlagen hätte. Unten im Thale angekommen, bestieg er das Pferd wieder und deutete nach dem Store.

”Vorwärts, Sir! Ich habe einen Hunger, daß ich gleich einen Büffel verschlingen möchte, und der Durst ist nicht minder groß. Wem gehört denn eigentlich dieses Oil-work hier?“

”Dem reichen Josias Alberts, wenn ich nicht irre. Er kam vom Oil-creek im Venango-County hierher und wird zu den ersten Ölprinzen der Union gezählt. Vielleicht bekommen wir ihn zu sehen!“

”Sehn' mich nicht nach ihm! Ein saftiges Stück Buffalolende ist meiner Mutter Sohn jetzt lieber als zehn solcher Geldsäcke, die in ihrer Ölbrühe immer mager bleiben.“

Nach wenigen Augenblicken hielten sie vor dem kleinen Hause, an dessen Läden mit Kreide die Worte ”Store and boarding - house“ geschrieben waren. Noch waren sie nicht abgestiegen, da traten einige Männer aus der Thür, deren einer sich sofort als Wirt und Irländer kennzeichnete. Seine verschwommenen Gesichtszüge ließen vermuten, daß er gewohnt sei, den Inhalt seiner Flaschen einer fleißigen Probe zu unterwerfen.

”Good day,“ grüßte Hawkens. ”Seid Ihr der Landlord hier in diesem Palais, Mann?“ ”Denke es!“ nickte der Gefragte. ”Habt Ihr vielleicht ein weniges, was ein Hungriger zwischen die Zähne nehmen kann, und einen Schluck, um es glücklich hinabzuspülen?“

”Denke es!“ lautete die Wiederholung.

”So setzt Eure Beine auseinander, sonst falle ich verschmachtend über den Haufen!“

”Hm, der Haufen scheint nicht übermäßig groß zu sein!“ antwortete der Wirt, die beiden Freunde mit einem halb geringschätzigen, halb mißtrauischen Blicke musternd. ”Habt Ihr denn auch eine Zahlung bei der Hand?“

”Das ist nicht deine, sondern unsere Sache! Oder hältst du uns etwa für armselige Yambowikos?“ frug Hawkens mit blitzenden Augen, das höfliche ”Ihr“ sofort in ”du“ verwandelnd.

”Hoho, Männchen, thu' nicht so wichtig hier,“ nahm ein anderer von den Männern das Wort, welcher in Bills Nähe getreten war und mit Kennermiene seinen Arrow betrachtet hatte. ”Hier ist nicht Savannenland und wer die Höflichkeit vergißt, dem wird sie einfach einstudiert!“

Hawkens drehte sich herum und maß den Sprecher mit einem seiner unvergleichlichen Blicke. ”Loock-a-day! Da seid wohl auch Ihr wegen dieses Studiums hier?“ ”Mensch, nimm Deine Zunge in acht, sonst kostet sie Dich ein blaues Leder.“ ”Thut Nichts, Mann! Mein Leder hat schon öfter blau gesehen. Aber sag' mir doch einmal, wie dein Name lautet, du großer Riese du?“

”Den kann ein jeder hören. Er lautet Josias Alberts und wer ihn kennt, der hat Respekt vor ihm.“

”So, da sind wir ja von ganz gleichem Holze: Ich bin Sam Hawkens und wer mich kennt, der hat Respekt vor mir. Nur meine ich doch, daß es einen kleinen Unterschied giebt: Öl kann ein jeder finden, der mit der Nase hineinfällt. Die meinige wäre lang genug dazu, ich mag sie aber dennoch nicht in deine Sauce stecken. Mach dich von dannen, Master Petroleum, und bekümmere Dich nicht um Dinge, die nur zwischen dem Wirte und mir abzumachen sind!“

Die blasse Yankeephisiognomie Alberts wurde bei diesen Worten des furchtlosen Kleinen blutroth; der Zorn reckte seine Gestalt in die Höhe und mit geballten Fäusten trat er um einige Schritte auf den Sprecher zu.

”Nehmt mir doch einmal den Zwerg von seinem Ziegenbock herunter!“ gebot er den andern, welche bei ihm standen. ”Wir wollen ihm die Nase einmal mit Pittsöl einreiben.“

Die Angeredeten machten sofort Miene, dem Befehle Folge zu leisten, hatten sich aber in meinem Sam verrechnet. Einige Sätze seiner alten Mary, welche vor Freude über den zu er- wartenden Streit mit den langen Ohren wedelte und den haarlosen Schwanzstummel in die Höhe hob, brachten ihn in eine rückenfreie Stellung, und im Nu hatte er die Büchse aus dem Sattelriemen gezogen. Das rätselhafte Schießinstrument stammte jedenfalls noch aus dem vorigen Jahrhundert und Bill getraute sich nur mit der größten Vorsicht es anzufassen, aber jeder Schuß, den Sam Hawkens aus dem rostigen, verlaufenen Rohre that, pflegte ein Meisterschuß zu sein. Er legte an.

”Stopp, Ihr Leute, sonst bekommt Ihr Löcher in die Haut! Hier ist allerdings nicht Savannenland, und es mögen drum im Thale Eure Rechte gelten; noch aber bin ich bei Euch nicht abgestiegen und werde also nach den Woodlandsgesetzen handeln: Wer mir auf weniger als zehn Schritte nahe kommt, der schmeckt die Kugel.“

Bills Begleiter war jedenfalls in seinem Rechte, und zwei erfahrene Prairiemänner brauchten sich vor einem Häufchen Ölarbeiter nicht eben sehr zu fürchten; aber welchen Nutzen konnte ihnen ein Kampf bringen? Das monatelange Herumschweifen im wilden Westen hatte sie hart mitgenommen, und ihr Äußeres glich darum ganz denjenigen von Leuten, welche einen Store besuchen, ohne die Zeche bezahlen zu können. Bill drängte deshalb zwischen die Streitenden und versuchte hierauf, die Sache in Güte beizulegen.

”Will ein Gentleman, wie Master Josias Alberts, wirklich zwei müden Jägern, die ihm nichts zu Leide thaten, die Einkehr versagen?“ fragte er. ”Bitte, ruft Eure Leute zurück, Sir! Wir sind gekommen, uns Munition zu kaufen und mit einigem Proviante zu versehen und werden Alles bis auf den Penny bezahlen!“

”Geht mich nichts an!“ antwortete er mit einem lauernden Blicke. ”Der Kleine hat mich beleidigt und muß mir Buße thun. Doch will ich ausnahmsweise Nachsicht üben, wenn Ihr mir einen Wunsch erfüllt.“

”Welchen?“ frug Bill neugierig.

”Ich habe Euer Pferd schon von weitem gesehen und Gefallen an ihm gefunden. Verkauft es mir!“ ”Dieser Wunsch bleibt Euch leider unerfüllt; das Tier ist mir nicht feil.“ ”Ich gebe Euch hundertfünfzig Dollars.“ ”Ich verkaufe es nicht.“ ”Zwei Hundert!“ ”Nicht für so viele tausende! Es ist ein Geschenk und darum, wie gesagt, mir nicht feil.“

”Ich will es aber haben, und wenn Ihr es nicht verkauft, so wird es Euch belieben müssen, dasselbe mir zu schenken!“

”Good luck, Sir, klingt das sonderbar!“ rief Bill lachend. ”Glaubt Ihr wirklich, einen Westmann zwingen zu können, sein Pferd, ohne welches er verloren ist, zu verschenken?“

”Ich gebe Euch ein anderes dafür!“

”Behaltet, was Ihr habt. Mich gelüstet nicht im geringsten nach Euern Mauleseln!“

Jetzt war sich Bill über Alberts Verhalten vollständig klar. Sein trefflicher Mustang, welcher allerdings seines Gleichen suchte, hatte ihm in die Augen gestochen und er war schon bei ihrem Nahen entschlossen gewesen, ihn auf jeden Fall in seinen Besitz zu bringen. Darum hatte er den Streit mit Sam vom Zaune gebrochen und hegte jetzt jedenfalls die Absicht, das Ansehen, welches er genoß, zu dem angegebenen Zwecke in Verwendung zu bringen. Ein Ölprinz läßt sich - noch dazu im fernen Westen - nicht leicht einen Wunsch versagen. Das sollte Bill jetzt auch sofort sehen.

”Mauleseln! Soll das eine Beleidigung sein?“

”Sind Eure Pferde so gentlemenlik, Sir, daß man sie be- leidigen kann? Macht Euch von dannen, sage nun auch ich; wir haben mit Euch nichts zu schaffen!“ Und zu dem Wirthe gewendet, fuhr Bill fort: ”Wir brauchen Pulver, Blei, Taback - - - “ ”Halt,“ fiel Alberts ihm schnell in die Rede. ”Gebt Euch keine Mühe; Ihr bekommt ohne meine Erlaubnis nichts von alledem was Ihr wollt! Am Young-Kanawha bin allein ich der Herr. Steigt ab und geht mit mir. Wenn Ihr mit Euch handeln laßt, sollt Ihr auch mit mir zufrieden sein!“

”Macht Euch nicht lächerlich und geht Eurer Wege! - Landlord, bekommen wir, was wir brauchen? Ja oder nein!“

”Nein!“ antwortete ängstlich der Gefragte, der sich von einem scharfen Blicke Alberts bedroht sah.

”Gut! Du sollst Deinen Willen haben und erfahren, was es heißt, dem Westmanne die Lebensbedürfnisse, die er bezahlen will, zu versagen. Ein Store ist ein offenes Haus; du weisest uns zurück und hast also Deinem Rechte entsagt. Es wird verschlossen, bis wir erhalten, was wir wünschen!“ ”Oho!“ rief Alberts. ”Ich möchte sehen, wie Ihr dies anfangen wollt!“ ”Wird gleich zu sehen sein, Sir. Wir legen einfach den Block um das Haus!“ Ein Wink genügte für Sam Hawkens; im nächsten Augenblick war er hinter dem Gebäude verschwunden, um den dortigen Ausgang zu bewachen. Bill nahm den Henrystutzen aus der Schleife und lockerte die beiden sechsläufigen Revolver. Der Irländer erschrak; er mochte gehört haben, was es bedeutet, wenn ein zurückgewiesener Prairiejäger den ”Block um das Haus“ legt.

”Das sollte Euch nicht wohl bekommen!“ antwortete der Ölprinz.

”Wartet's ab, Sir! Jetzt aber hört, was ich Euch zu sagen habe: Wer sich dieser Thür nähert oder binnen zwei Minuten sich nicht bis auf hundert Schritte vom Hause entfernt hat, wird einfach weggeputzt. Nun thut, was Euch beliebt!“

Die Waffe in der einen Hand, zog Bill mit der andern die Uhr hervor. Er konnte diese drohende Haltung annehmen, da der Gegner nur wenige waren und keiner von ihnen mit Messer und Schießgewehr bewaffnet war. Der Erfolg war ganz wie Bill vorausgesehen hatte. Die Leute wußten, daß man ohne zu laden, aus einem Henrystutzen fünfundzwanzig Kugeln zu geben vermag; zu diesen kamen zwölf Revolverschüsse; Bill war also wenigstens in diesem Augenblicke ein Mann, mit dem man es nicht aufzunehmen vermochte, und kaum waren die zwei Minuten verstrichen, so befanden er uns Sam sich im alleinigen Besitze des Terrains. Sie wußten nicht, ob sich noch irgend wer im Hause befand; war dies der Fall, so konnten es nur Personen sein, die sie nicht zu fürchten brauchten, wie Weib und Kinder des Irländers. Sie mußten auf alle Fälle Zeugen der feindseligen Verhandlung gewesen sein, ließen sich aber jetzt vor Angst weder hören noch sehen. Natürlich hüteten sie sich wohl, das Innere des Hauses zu betreten; sie hätten sich damit einer gesetzwidrigen Handlung schuldig gemacht; vielmehr begnügten sie sich mit der Beobachtung dessen, was von außen her gegen sie vorgenommen wurde.

Das war nun allerdings für jetzt wenig oder gar nichts. Der Sohn des Westens pflegt, wenn er zur Waffe greift, mit seinen Drohungen niemals Scherz zu treiben. Alberts wußte das; selbst für den Fall, daß er eine genügende Mannschaft zusammenbrachte, die beiden Jäger zu überwältigen, mußte er einen verhältnismäßig großen Verlust voraussehen, so lange das Tageslicht ein sicheres Zielen gestattete. Er war mit den Seinen verschwunden und die Jäger vermuteten, daß er ihnen auf den Abend einen überschleichenden Besuch machen werde. Bis dahin war es nicht mehr weit; die Sonne war schon hinter dem Rande der Schlucht und die Schatten der Dämmerung breiteten sich allmählich über das tiefe Thal. Hunger und Ermüdung machten sich immer mehr geltend bei den beiden Jägern, doch sie beschlossen, wacker auszuharren, um den ungastlichen Bewohnern von Young-Kanawha die beabsichtigte Lehre zu geben.

Es wurde dunkel und dunkler; hier und da tauchte ein flimmerndes Licht auf; da vernahmen sie in der Gegend, aus welcher sie gekommen waren, sich nähernde Schritte. Einer ihrer Gegner konnte es nicht sein, er hätte sich Mühe gegeben, jedes Geräusch zu vermeiden. Sam war auf einen Augenblick herüber zu Bill gekommen und versuchte, die Büchse im Anschlage, die Dunkelheit zu durchdringen. Seine kleinen Äuglein hatten etwas von den Eigenschaften der Katzenaugen; er vermochte mit ihnen auch des Nachts bis auf eine leidliche Entfernung zu sehen.

”Behold, Sir, es ist kein Mann, sondern ein Frauenzimmer, ob jung oder alte, das kann ich noch nicht erkennen. Sie hat das Kleid zusammengeschürzt und will an uns vorüber. Soll ich sie niederschießen? Das Weiberzeug taugt doch zu weiter nichts!“

”Laß sie vorüber, Sam! Wer weiß, wer es ist; jedenfalls aber gehört sie nicht zu denen, die uns übel wollen.“

”Pah, Bill, die Weiber wollen uns alle übel, und der Sohn meiner Mutter könnte - - - “

Er wurde unterbrochen, denn in diesem Augenblicke ertönte ein gewaltiger Donnerschlag und es war den Jägern, als sei die Erde unter ihnen mitten auseinander geborsten. Der Boden erzitterte und als Bill das Auge erschrocken seitwärts wandte, sah er im oberen Teile des Thales, da, wo der Bohrer thätig gewesen sein mußte, einen glühenden Feuerstrom wohl fünfzig Fuß in die Höhe steigen, welcher flackernd oben breit ausein- anderfloß und wieder zur Erde niedersinkend, mit reißender Schnelligkeit das abfallende Terrain überschwemmte. Zugleich drang ein scharfer, stechender, gasartiger Geruch in die Atmungswerkzeuge und die Luft schien von leichtflüssigem, ätherischem Feuer erfüllt zu sein.

Bill kannte dieses furchtbare Phänomen, denn er hatte es im Gebiete Venango in seiner ganzen Schrecklichkeit gesehen: Der Erdbohrer war auf Öl getroffen und da es in der Nähe unvorsichtiger Weise Licht gegeben hatte, so war der aufsteigende Petroleumstrahl und mit ihm die nahe, mit leichten Gasen geschwängerte Atmosphäre in Brand gerathen.

”Das Thal brennt!“ rief Sam, zu seinem Pferde eilend. ”Vorwärts, Bill, sonst sind wir verloren!“

Er sprach die Wahrheit. Die an den verschiedenen Arbeitsplätzen brennenden Lichter gaben den flüchtigen Ölteilen immer neue Entzündungspunkte. Die Flut des hochaufsprühenden Brennstoffes breitete sich mit unglaublicher Raschheit über das ganze obere Thal aus und hatte jetzt den Fluß erreicht.

Sie dachten nicht mehr an ihren ”Block um das Haus“, es galt, alles einzusetzen, für das nackte bloße Leben. Schon hatte Bill den einen Fuß im Bügel, als er einen klagenden Weheruf vernahm. Da, wo sie sich befunden hatte, als der Donnerschlag ertönte, lag die Frauengestalt, die an ihnen vorübergeschritten war, in den Knieen; der Schreck hatte sie niedergeworfen, und das Entsetzen lähmte ihre Bewegungen.

Mit einem raschen Sprunge war Bill bei ihr, zog sie empor, eilte mit ihr zu Arrow zurück und schwang sich in den Sattel. Soeben schoß Sam Hawkens auf seiner Mary thalabwärts in die glühend erleuchtete Nacht hinein; Bills Mustang folgte in rasendem Laufe; sein Instinkt machte die Führung des Zügels und den Gebrauch der Sporen vollständig überflüssig. Der Bergpfad, welcher sie herabgeführt hatte, war ihnen ver- schlossen, denn der Glutstrom war schon an ihm vorübergeflutet. Sie mußten die Höhe zu gewinnen suchen und konnten nur abwärts Rettung finden; aber Bill hatte am Tage nichts einem Wege ähnliches bemerkt und im Gegenteile gesehen, daß die Felswände so eng zusammentraten, daß der Fluß sich nur schäumend den Ausweg erzwingen konnte.

Die alte langbeinige Mary lief zum Verwundern; Bills Hengst konnte sie nur um wenige Kopflängen überholen. Die braven Tiere fühlten die Gefahr, welche sich mit jeder Sekunde vergrößerte. Der glühende Strom hatte die Lagerräume erreicht; die Fässer sprangen mit kanonenschußähnlichem Knalle und ergossen ihren sofort in heller Lohe brennenden Inhalt in das auf diese Weise immer mehr anwachsende und immer rascher vorwärtsschreitende Feuermeer. Die Luft war zum Ersticken heiß; die Reiter hatten das Gefühl, als kochten sie in einem Topf siedenden Wassers, und doch wuchsen Hitze und Trockenheit mit solcher Schnelle, daß sie endlich innerlich zu brennen meinten. Die Sinne wollten Bill schwinden, aber es galt nicht blos sein Leben, sondern auch dasjenige des Wesens, welches vollständig besinnungslos vor ihm quer über dem Sattel lag.

Die Flammen beleuchteten die Felswände hell genug, um erkennen zu lassen, daß diesseits des Flusses kein Pfad empor zur Höhe führte. Sie mußten hinüber auf die andere Seite. Ein leiser Schenkeldruck - ein Sprung des gehorsamen Thieres und hochauf schlugen die Wellen über ihnen zusammen. Bill fühlte neue Kraft, neues Leben durch die Adern pulsieren, aber das Pferd war unter ihm verschwunden. Doch das war jetzt gleich, nur hinüber, immer hinüber! Er schwamm wie noch nie in seinem ganzen Leben, mit einer Angst, die nicht zu beschreiben war. Hawkens war ihm gefolgt; er hörte sein Stöhnen hinter sich.

Als Bill das Ufer erreichte, schnaufte es an seiner Seite - Arrow, Du Treuer, Wackerer, bist Du es? - Bill schwang sich mit seiner Bürde von neuem auf. Fast wahnsinnig vor Aufregung und Überanstrengung ging es wieder vorwärts; Bill wußte nicht mehr, was er that, er ließ dem Pferde freien Willen und fühlte nur, daß es in rasendem Laufe vorwärts schoß, dann in weiten Sätzen über Risse und Sprünge setzte, ferner mit keuchendem Schnauben von Kante zu Kante, von Fels zu Fels kletterte und endlich freudig wiehernd stille stand.

Es dauerte lange, ehe Bill sich so weit erholt hatte, um seine Lage überblicken zu können. Der Himmel glänzte blutig rot und der Brodem des entfesselten Elements lag in dichten, schwarzen, von purpurnen Lichtern durchbrochenen Ballen über dem Herde der Verwüstung. Wie es dem Pferde gelungen war, war unbegreiflich, aber es hatte seine doppelte Last die steile Steinwand, an der kein Pfad zur Höhe stieg, emporgetragen und auch dem braven Hawkens zum Führer gedient, denn dieser lag in Bills unmittelbaren Nähe, zwar bewegungslos, jedenfalls aber nicht ohne Leben.

Bill richtete seine Aufmerksamkeit natürlich auf diejenige zunächst, welche der treue Arrow mit ihm aus der Glut gerettet hatte. Es war ein Mädchen; sie lag vor ihm bleich, kalt und starr. War sie in der fürchterlichen Hitze erstickt oder später in den Fluten des Wassers ertrunken? Das leichte Gewand war durchnäßt und auf dem bewegungslosen Angesichte spielten die düstern Reflexe der über den Rand der Ebene emporsprühenden Feuerstrahlen. Bill befand sich in großer Verlegenheit, da er nicht wußte, in welcher Weise er ihr Hilfe bringen könnte. Da atmete es neben ihm tief und schwer und die bekannte Stimme Hawkens frug:

”Heigh-ho! Bin ich denn gebraten oder gesotten? Was ist nur eigentlich mit dem Sohne meiner Mutter vorgegangen?“ Sich langsam emporrichtend, gewahrte er mich. ”Da seid Ihr ja, Bill! Ah, jetzt weiß ich, was es gegeben hat: Das Thal brennt, und meine Mary - 'sdeath, wo ist die Mary hingekommen? Ich habe sie im Wasser verloren und bin immer nur Eurem Arrow nachgerannt und nachgestiegen. Mary! - Mary!! - Mary!!!“

Ein kurzes Wiehern antwortete in der Ferne.

”Mary, altes Viehzeug, komm, komm zu Deinem Sam!“ rief freudig der Kleine und schlang, als die kamelbeinige Stute langsam herbeigehinkt kam, die beiden Arme fast weinend um ihren hageren Hals. ”Sie geht lahm, sie hat sich Schaden gethan; ich glaube gar, sie ist von den Wellen durch die fürchterliche Enge gerissen worden und dann jenseits der Felsenpforte emporgeklettert! Schaut her, Bill, sie hat sich das Knie zerschunden. Ich werde einen Fetzen vom Rocke schneiden und ihr einen recht sauberen Verband umlegen. - Wäre ich doch lieber statt ihrer geschunden worden!“

Noch lange, lange dauerte es, ehe die Lohe sich auf den oberen Teil des Thales zurückzog, wo der emporsteigende Ölstrahl ihr immer neue Nahrung bot. Das Mädchen war wieder zu sich gekommen, hatte aber den Schreck noch nicht überwunden und vermochte nur unzusammenhängende Worte zu stammeln.

Am Morgen stieg die Sonne über die Ebene empor und in ihren goldenen Strahlen erbleichte der Schein des flammenden Öls. Als sie an den Rand der Schlucht traten, um nach der Verwüstung zu sehen, welche der fürchterliche Brand da unten angerichtet hatte, ergriff sie ein Gefühl des Entsetzens und zugleich des Dankes für ihre glückliche und wunderbare Rettung; alles war zerstört und vernichtet, alles. Die Gebäude lagen in Trümmern, der Boden sah schwarz und verbrannt, keine Spur von Leben war mehr zu erkennen, kein menschliches Wesen ließ sich erblicken. Die gestern noch gelebt und frisch geatmet hatten, sie hatten alle ihren Untergang gefunden - Alle? Bewegte sich dort nicht Etwas die Kante der Vertiefung entlang? War es ein Mensch oder ein Tier?

”Ich habe Hunger, Sir, fürchterlichen Hunger,“ meinte Hawkens, ”und werde einmal nachschauen, ob ich zum Schusse kommen kann. Es wird wohl nichts anderes sein, als ein elender Coyote, den der Brandgeruch aus der Prairie herbeigetrieben hat; aber wenn man keine Büffellende hat, so ist man auch mit einem Stücke vom Schakal zufrieden. Bleibt einstweilen bei den Pferden!“

Er nahm seine Schießmaschine zur Hand und schritt vorsichtig der Gegend zu, in welcher sie das einsam sich vorwärts schleichende Geschöpf gesehen hatten. Der gute Sam sah heute noch possierlicher aus als gestern. Gerade so wie Bill war auch ihm in der Hitze Kopf- und Barthaar vollständig weggesengt worden; Rock, Hose und Stiefeln, alle aus Leder gefertigt, hatten bei dem Wechsel von Glut und Wasser ihren Zusammenhalt verloren und bröckelten im stückweise vom Leibe, und der alte Filz war ihm so zusammengeschrumpft, daß er ihm wie ein verbrannter Eierkuchen auf dem kahlen Schädel lag und die unvergleichliche Nase in ihrer ganzen Länge erkennen ließ.

Nach einer Weile kehrte er in Begleitung eines Mannes zurück, in dem ich sofort Alberts erkannte.

”Habe Unglück gehabt, Sir!“ klagte Sam. ”Es giebt weder eine Büffel-Lende noch ein armseliges Coyoten-Viertel. Das Thier, welches ich schießen wollte, war dieser edle Master hier, der nach seiner Tochter sucht und jammert, die er verloren hat. Laßt ihn doch einmal Eure Miß ansehen!“

Die Veränderung, welche mit dem stolzen Manne vorgegangen war, wirkte so ergreifend, wie die Szene, welche nun erfolgte. Das Mädchen war seine Tochter. Sie hatte gestern am Nachmittage einen kleinen Ausflug unternommen und bei dem Heimwege durch Bills Arrow Rettung vor dem sonst unvermeidlichen Tode gefunden. Durch die entsetzliche Katastrophe war dem Ölprinzen Alles verloren gegangen, was er in Young-Kanawha sein eigen nannte. Von allen lebenden Wesen waren nur die vier, die hier bei einander standen, dem Untergange entflohen, und zwar Alberts nur infolge des Umstandes, daß er sich im Augenblicke der Detonation an einem oberhalb des Bohrloches gelegenen Orte befunden hatte, während der Feuerstrom seinen vernichtenden Weg thalabwärts nahm. An dieser Stelle hatte er diejenigen versammelt und abgeschickt, welche die beiden Jäger überfallen sollten. Die Unglücklichen hatten den Strom gar nicht erreicht, sondern waren unterwegs von dem Brande erfaßt und getötet worden.

”Behold, Master Petroleum,“ bedeutete ihm der noch immer auf ihn zornige Sam, ”es ist immer ein gefährliches Ding, einen gewissen Hawkens die Nase mit Pittsöl einreiben zu wollen. Noch keiner hat es fertig gebracht und auch Ihr hättet besser gethan, Eure eigne Nase in das Öl zu stecken, dann hättet Ihr vielleicht noch rechtzeitig gerochen, daß es aus dem Loche wollte. Doch das ist nun vorüber und wir wollen nicht weiter daran denken; Ihr seid bestraft genug! Verschafft uns zunächst ein weniges zu essen, dann werden wir ja sehen, ob auch wir Euch in irgend einer Weise dienen können.“

Alberts schüttelte traurig mit dem Kopfe.

”Es ist nichts da, gar nichts, kein Schluck, kein einziger Bissen; bis zur nächsten Niederlassung ist es weit und wir müssen verhungern, wenn Ihr Euch unserer nicht erbarmt.“

Hawkens sah Bill fragend an. Dieser wußte, daß er trotz seiner eigentümlichen Art und Weise ein gutes Herz besaß und sicher keinen Hilfsbedürftigen im Stiche ließ. Deshalb antwortete er:

”Das ist schlimm, Sir, sehr schlimm! Das Wasser des Flusses ist ungenießbar, weil Euer Öl hineinläuft und aus eben demselben Grunde wird es im Bluff und unterhalb desselben keinen Fisch mehr geben. Wir müssen darum stromaufwärts gehen, um etwas zu fangen, und dann werden wir ja sehen. Meinst Du nicht auch, Sam?“

”Es wird wohl das richtige sein! Die Miß mag sich auf meine Mary setzen, Ihr wechselt auf dem Arrow, und der Sohn meiner Mutter spaziert zu Fuß dabei her. Am Wasser wird wohl einiges Futter für die Pferde zu finden sein, und haben wir jeder ein Gericht Fische in dem Dinge, welches mir jetzt wie ein leerer Tabaksbeutel im Leibe hängt, so müßte es mit dem Kukuk zugehen, wenn wir nicht gesund und heiler Haut irgend wohin kämen, wo Menschen zu finden sind und ein Stück saftige Büffellende dazu!“

Gesagt, gethan. Der kleine Zug setzte sich in Bewegung. Als wir von dem Orte schieden, an welchem der ”Block um das Haus“ auf eine so gräßliche Weise aufgehoben worden war, blieb Alberts für kurze Zeit hinter uns zurück. Er wollte stillen und traurigen Abschied nehmen von dem Grabe eines gewiß sehr großen Teiles seines Reichtumes. Es bedurfte jedenfalls großer Opfer und einer gewaltigen Anstrengung, den mächtigen Ölstrahl in Fesseln zu zwingen und die Verluste zu decken, welche eine einzige Nacht gebracht hatte. Sam Hawkens hatte recht, sich dem reichen Ölprinzen gleichzustellen. Die beiden zurückgewiesenen Westmänner waren jetzt respektable Leute, von deren Ausdauer und Erfahrung das Schicksal des Millionärs und seines Kindes abhing. Der Geist der Savanne duldet nicht die Macht des gleißenden Metalles, und in den ”dark and bloody grounds“ wiegt jeder gerade so schwer wie die Gefahr, der er die kühne Stirn zu bieten wagt.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     

This web site is a part of the project CopyrightedBy.com.

Back to the topic sites:
CopyrightedBy.com/Startseite/Genres/Geschichten/Erzaehlungen
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/M/May

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Impressum